Bestattungspflicht

Bestattungspflicht: Verstorbene müssen in Deutschland innerhalb einer angemessenen Frist bestattet werden. Dies kann als Erdbestattung oder als Feuerbestattung erfolgen. Die Bestattung darf frühestens 48 Stunden nach dem Todeszeitpunkt erfolgen. In Wohnungen (Privaträumen) darf der Verstorbene bis zu 36 Stunden zum Abschiednehmen verbleiben. 

Rechte und Pflichten

Die nächsten Angehörigen eines Verstorbenen haben das Recht und die Pflicht, die Bestattung in die Wege zu leiten. Diese Angehörigen müssen auch die Kosten der Bestattung tragen. Falls der Verstorbene zu Lebzeiten keine Bestattungsvorsorge getroffen hat oder seine Wünsche diesbezüglich schriftlich hinterlassen hat, entscheiden die Angehörigen über die Art und den Umfang der Bestattung.

Bestattungspflichtige in gesetzlich festgelegter Reihenfolge:

  1. Ehepartner oder Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  2. volljährige Kinder
  3. Eltern
  4. volljährige Geschwister
  5. Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen
  6. Lebensgemeinschaft
  7. sonstige Sorgeberechtigte
  8. Großeltern
  9. volljährige Enkelkinder
  10. sonstige Verwandte bis zum 3. Grad

Ersatzvornahme des Ordnungsamtes - Anordnung

Die kostengünstigste Art der Bestattung ist in der Regel eine einfache Feuerbestattung. Wenn die Angehörigen nicht zu ermitteln sind oder diese sich weigern die Bestattung vorzunehmen, wird diese vom Ordnungsamt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde angeordnet. Die Kosten werden dem eigentlich Bestattungspflichtigen in Rechnung gestellt. Auch wenn eine Erbschaft ausgeschlagen wird oder keine Erbschaft vorhanden ist, besteht die gesetzliche Bestattungspflicht. Sie ist nicht mit dem Erbrecht verbunden. Sollten alle zahlungspflichtigen Angehörigen mittellos sein, übernimmt das örtliche Sozialamt die Kosten.


zurück zum Glossar von Widmann Bestattungen